Bozburun- und Datça-Halbinseln

Ein entspannter Traum in Türkis und Weiß:
Segeln an der türkischen Küste


Auf knapp 350 Seemeilen haben wir dieses Mal das südwestliche Revier rund um die Bozburun- und Dat
ça-Halbinseln erkundet. Es war ruhiger als sonst. Das ist aber auch das Einzige, was man hier weit ab von Istanbul und Ankara von der Krise merkt. Die Einheimischen freuen sich mehr denn je, wenn eine Yacht vorbei kommt. Wie immer war das Wasser herrlich, schon schön warm und vor allem sehr sauber. Selten Flaute, oft ordentlicher Wind – was braucht das Seglerherz mehr?

Samstag, 28.5.2016 (10 sm)
Göcek D-Marin -> Kuyrucak Koyu (Bauernbucht/Fathom Cove) // 36°38,51 N; 028°51,82 E

Ein typischer erster Charter-Segeltag. Oder nicht ganz: Wir übernehmen am Mittag unsere perfekt gepflegte BOMMIE – nach jahrelanger Chartererfahrung wissen wir, dass das keine Selbstverständlichkeit ist. Judith & Volkan mit ihrem Sail-with-Friends-Team machen ihrem Ruf wieder alle Ehre. Zuvor waren wir mit unseren leicht übernächtigten Mitseglern erstmal auf ein türkisches Frühstück mit allem bei „Özcan“ in downtown Göcek gewesen. Wir selbst waren nach ein paar Tagen Landurlaub zuvor in Pamukkale schon tiefenentspannt. Am Nachmittag werfen wir – nach Einpacken und Sicherheitseinweisung – den Schiffsmotor an. Unseren Kurs setzen wir nach S-SW, um für den nächsten Tag gleich in der „Pole Position“ Richtung Marmaris zu sein. Der typische Nachmittagswind brist bis 28 Knoten auf und lässt uns gleich ins erste Reff gehen. Kurz vor sechs Uhr fällt das Eisen in der Kuyrucak Koyu.

Türkei / Kuyrucak Koyu

So können wir den Neulingen gleich zeigen, wie das hier in der Türkei mit dem Landleinen-Manöver läuft: Nach unserer Erfahrung – oft nur zu zweit – am besten mit einem flexiblen Schwimmer und ohne Gewurschtel mit dem Beiboot. Am Abend kredenzen wir Bordküche, denn wir hatten auf einem der tollen türkischen Märkte für wenig Geld Unmengen von Gemüse und Salat gebunkert…

Sonntag, 29.5.2016 (43 sm)
Kuyrucak Koyu -> Çiftlik Limanı // 36°42,94 N; 028°14,27 E

Für unsere Verhältnisse als Langschläfer starten wir früh um 8:50 Uhr. Als Belohnung für das zeitige aus der Koje quälen gibt es zwar wenig Wind, dafür jedoch die Begleitung einer riesigen Meeresschildkröte beim Ablegen. Zunächst mal muss der Volvo ran, aber ab 10:30 Uhr taucht eine leichte Brise auf. Bei NW-Wind mit 5-7 Knoten bewegt sich die BOMMIE zunächst langsam voran. Da geht doch noch was… Gegen Mittag dreht der Wind auf SW und legt zu, so dass wir viel Weg zum Ziel gutmachen. Um 19 Uhr zu bester Abendessenszeit liegen wir in an einer Muring vor dem Restaurant Azmak. Engin – einer der Chefs – erkennt uns wieder und freut sich über unseren erneuten Besuch. Türkische Gastfreundschaft in Reinform. Hier sind wir willkommen und fühlen uns Lichtjahre von der politischen Großwetterlage entfernt. Für Vorspeisen (meze), leckeren Oktopus und Lamm (4 Personen, drei Mal Fisch) mit einer Flasche Wein zahlen wir insgesamt 350 TL, also rund 100 Euro. Der Liegeplatz mit Wasser und Strom ist inklusive. Von den Preisen kann man in manchen anderen Revieren nur träumen.

Montag, 30.5.2016 (18 sm)
Çiftlik Limani -> Serçe Limani // 36°34,59 N; 028°02,74 E

Nach den Strapazen des Vortags wollen wir morgens erstmal gemütlich schwimmen, duschen und frühstücken. Es gibt frisches Brot von Azmak und wir genießen das herrliche Panorama der Bucht, das nur ein wenig von einem alten, verlassenen Hotel gestört wird. Gegen Mittag machen wir uns auf und fahren mangels Wind unter Maschine in eine herrliche „Karibik-Bucht“ (36°41,10 N; 028°09,85 E). Türkisblaues Wasser lädt zum Schnorcheln ein und die Wandercrew kraxelt auf den Hügel. Der Wind lässt sich weiterhin nicht blicken – eigentlich ungewöhnlich für Revier und Jahreszeit. Wir motoren weiter und schaffen an diesem Tag es nur eine Stunde zu segeln. Frevel. Vor Buganker und zwei Heckleinen legen wir uns in die landschaftlich herrliche, aber laut Revierführer berüchtigte Bucht Serçe Limani. Bei starken Südwinden ist sie eine Falle, denn Schwell steht in die schmale Einfahrt, was Rauskommen schwierig macht. Bei Flaute ist es aber sehr hübsch. Am Abend werden weitere Gemüsevorräte dezimiert und dazu Rotwein kredenzt, nicht nur aber auch weil das Restaurant in der Bucht laut anderer Törnberichte einen wechselhaften Ruf genießt.

Türkei / Serce Limani

Dienstag, 31.5.2016 (32 sm)
Serçe Limani -> Mesudiye (Hayıt Bükü) // 36°41,01 N; 027°34,65 E

Gegen 6 Uhr morgens zieht ein kurzer Schauer durch. Wenn das doch mit dem Regen in Deutschland mal so glimpflich abgehen würde. Schon um 8 Uhr scheint wieder die Sonne, aber der Wind macht ganz schön Wallung. Deshalb lieber weg hier, bevor es noch ungemütlich wird. Außerdem wollen wir ja heute wieder segeln, also carpe ventum. Nach drei Stunden kräftigem Vormittagswind, entschließt sich Aiolos, der Windgott, zu einer Mittagspause. Da darf der Gennaker mal raus aus der Backskiste und es geht wieder flott voran. Vorbei am Kap Ince Burnu steuern wir Adatepe Burnu an und fahren kurz davor in die hübsche Bucht Hayıt Bükü. Dorthin folgen wir einer Empfehlung für das alt eingesessene und schöne Restaurant „Ogün´s Place“. Leider wurde der Steg abgerissen und an dem steinigen Stumpf der Mole ist nur Platz für 5-6 Yachten. Als wir ankommen, ist alles voll, so dass wir vor dem östlichen Strandzipfel auf Reede gehen. Der Wirt empfängt uns sehr freundlich, spricht Deutsch und Englisch. Wie sonst selten geworden, gibt es hier in dem traditionellen türkischen Lokal verschiedenste Töpfe mit interessanten Schmorgerichten. Wir essen Fleisch und zahlen zu viert mit einer Flasche Rotwein übersichtliche 250 TL. In der Nacht besucht uns auf unserer Außenposition der Schwell und schaukelt uns ganz gut durch…

Türkei / Mesudiye


Mittwoch, 01.6.2016 (25 sm)
Mesudiye (Hayıt Bükü) -> Dirsek Bükü // 36°41,01 N; 027°58,74 E

Den Vormittag verbringen wir mit Schwimmen und shoppen direkt aus dem ankommenden Dolmuş. Gegen Mittag geht es bei sehr leichten Winden Richtung Osten. Am Nachmittag kommt der Gennaker wieder in Dienst. Um kurz nach 18 Uhr fällt der Anker in der Dirsek-Bucht. Dirsek heißt auf Türkisch Ellbogen und genauso ist die Bucht geformt. Mit Landleine legen wir uns neben eine Reihe anderer Segler ans Südufer. Zum ersten Mal in dieser Woche ist etwas mehr los… Im Restaurant – auch sehr gelobt, jedoch von uns wegen riesiger Gemüsevorräte nicht aufgesucht ­– ist eine Flottille eingefallen. Deshalb läuft leider auch der Generator sogar bis nach 23 Uhr – während wir leckeren Risotto essen und Wein schlürfen…

Donnerstag, 02.6.2016 (10 sm)
Dirsek Bükü -> Kocabahce Koyu (Sailors Paradise)

Morgens bleierne Flaute. Eindeutig ein Revier für Langschläfer. Wir starten kurz vor 11 Uhr und fahren in eine nette einsame Bucht zum Badestopp (36°40,38 N; 027°58,19 E). Einer unserer Mitsegler nutzt die Pause für eine kleine Wandertour und spektakuläre Filmaufnahmen von oben. Das Wasser ist türkisgrün und traumhaft sauber.

Türkei / Dirsek

Nach dem gemütlichen Mittagessen und Chillen reicht der Wind noch gerade für eine Runde mit Gennaker, die per Dinghy auch gefilmt wird. Kurz vor sechs legen wir am Steg mit Muringleine vor dem Restaurant „Sailors Paradise“. Wie üblich hilft man uns nett beim Anlegen. Wir hatten schon viel von dem tollen Restaurant gehört, dass vornehmlich selbst angebaute Produkte verarbeitet und waren echt begeistert. Das war hier bestimmt nicht der letzte Besuch. Tolle Vorspeisenauswahl und vorzüglicher Zackenbarsch für alle – für 390 TL mit Wein und Efes – ein aus unserer Sicht gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Freitag, 03.6.2016 (22 sm)
Kocabahce Koyu (Sailors Paradise)  ->  Datça (Südhafen, Mole) // 36°43,34 N; 027°41,29 E

Wir haben uns langsam an das Nachmittagssegeln gewöhnt und erwarten gar keinen Morgenwind. Um 11 Uhr legen wir ab – nicht ohne zuvor mit leckerem, von uns gerne „Buchtbrot“ genanntem frischem, in der Bucht selbst gebackenem Fladenbrot zu frühstücken. In den ersten zwei Stunden kreuzen wir zwischen den Inseln Koc Adası, Uzun Adası und Topan Adası hin und her, während unsere beiden Freunde vom Dinghy aus spektakuläre Filmaufnahmen machen. Dann kommt der Wind in die Puschen und wir kreuzen bei West Richtung Datça auf.

Türkei / Gennaker

Dort wollen wir unsere Freunde, die nur eine Woche Urlaub haben, an Land abwerfen. Da die türkischen Behörden inzwischen streng auf korrekte Crewlisten achten, ist Datca ideal, da wir dort alle Transitlogformalitäten ohne großen Aufwand erledigen können. Kurz vor sechs legen wir am Gemeindesteg an. Klassisches „römisch-katholisch“ ist gefragt, weil es keine Muringleinen gibt. Achtung: Der Einweiser winkt nah ans Ufer heran, obwohl es an der Mole nicht ausreichend tief ist. Ein Risiko mit dem Ruder Unterwasserfelsen zu touchieren… Bei Ahmet von Knidos Yachting geben wir gleich für den nächsten Tag die Transitlogänderung in Auftrag (50 TL) und zahlen 70 TL für die Liegegebühr am Steg. Für unser Abschlussabendessen in der Vierer-Runde sind wir bei Emek, wo gut was los ist und viele Türken essen. Die Nacht wird eher unruhig, da direkt hinter unserem Schiff eine türkische Hochzeitsgesellschaft feiert. Hübsch anzusehen.

Samstag, 04.06.2016 (22 sm)
Datça (Südhafen, Mole)  -> Bencik Koyu // 36°47,06 N; 028°02,70 E

So jetzt startet der gemütliche Teil des Törns zu zweit. In den letzten Jahren ist es für uns eine Angewohnheit geworden, jeweils eine Woche mit Freunden und eine zu zweit zu verbringen – eine gute Kombination.

Türkei / Datca

Den Vormittag verbringen wir auf dem traumhaften Markt in Datca. Inzwischen sind wir große Fans der türkischen Märkte geworden und kennen die Markttage genau: hier also Samstag in voller Größe. Wie immer kaufen wir viel zu viel ein – schließlich sind wir ja nur noch zu zweit. Paprika, Tomaten, Zucchini, Auberginen etc. alles in einer Frische und zu günstigen Preisen, die seinesgleichen sucht. Dazu Oliven und natürlich den legendären Käse aus dem Ziegenfell – von uns landläufig als „Krümelkäse“ bezeichnet. Gegen Mittag machen wir uns auf und kommen bei einem SW von 12-15 Knoten zügig voran. Um halb fünf liegen wir vor Buganker auf 13 m Wassertiefe frei schwojend ganz hinten in der landschaftlich sehr schönen Bencik-Bucht. Unser mit Ankerball gekennzeichneter Anker wird über eine Schwimmrunde kontrolliert. Liegt bestens, ergo: Abend und Nacht können entspannt kommen.

Türkei / Bencik Koyu

Sonntag, 05.06.2016 (13 sm)
Bencik Koyu  -> Selimiye // 36°43,7 N; 028°06,2 E (Einfahrt)

Ach das ist doch schön, dass der Morgen immer so entspannt startet. Wir machen eine kleine Wandertour zu einem Aussichtspunkt über die ganze Bucht, die landschaftlich wirklich ein Traum ist. Erst kurz nach eins – nach einem kleinen Mittagsimbiss – stechen wir in See. Der Südwest startet bei 12-16 Knoten und brist so langsam auf 15-20 Knoten auf. Zum Schluss binden wir noch ein Reff ein. Unser Ziel ist das nette Städtchen Selimiye und das sehr renommierte Restaurant Aurora. Hier waren wir schon einmal im Jahr 2008 mit einer Charteryacht von Orhaniye aus und damals hatte uns das Essen schon nachhaltig beeindruckt. Dieses Mal klappt es aber leider nicht mit dem Anlegen am Restaurant-Steg, denn eine Flottille hat sich vor uns „breit“ gemacht. Wir verholen uns an den Gemeindesteg, wo wir erstklassige Anlegehilfe bekommen. Endlich mal einer, der versteht, dass man – insbesondere bei so viel Wind – besser erstmal die Heckleinen festmacht und dann ganz entspannt die Muringleine in Angriff nimmt – für 60 TL inklusive Strom und Wasser mehr als ok. Wir laufen per pedes zum Aurora und bekommen für den Abend einen Tisch. Das Essen ist wie damals vorzüglich und auch wirklich kreativ. Hüseyin spricht perfekt Deutsch aus seiner Berliner Zeit und seine Frau sorgt für die perfekte Küche. Das Zackenbarsch-Carpaccio, die Auberginen in Senf-Orangensauce… Wir kommen gerne wieder!

Türkei / Selimiye


Montag, 06.06.2016 (21 sm)
Selimiye -> Kiseli Adası // 36°40,27 N; 028°02,45 E

Wie so oft bekommen wir morgens auch beim Aurora noch ein Brot aufs Haus. Der Tag ist gerettet. Den Vormittag flanieren wir durch das nette Örtchen und erledigen ein paar Besorgungen. Wir starten kurz vor zwölf bei einem West von 10 Knoten. Wir immer hat Aiolos, der Windgott, für mittags noch ne Schippe mehr drauf. Wir umrunden die Borzburun-Halbinsel. Gegen zwei ist das erste Reff fällig. Auch um die Kizil Ada wollen wir noch rum – die kleine Schwester Kiseli Adası haben wir im Blick. Um halb fünf gehen wir in der herrlichen Bucht vor Anker und legen zwei Landleinen. Kurz danach starten wir die Landerkundung – wirklich sehr hübsch hier. Und nur ein weiteres Segelboot neben uns. Das Abendessen, Risotto mit Bohnen und Wasserkresse-Salat ist auch nicht zu verachten, so lässt es sich leben!

Türkei / Kiseli Adasi

Dienstag, 07.06.2016 (34 sm)
Kiseli Adası -> Gerbekse Koyu // 36°42,14 N; 028°13,76 E

Für unsere Verhältnisse früh – kurz nach zehn – machen wir uns auf den Weg. Die Bucht mit den netten Ziegen und Hasen wird uns in guter Erinnerung bleiben. Heute lässt sich der Wind schon vormittags nicht lumpen und wir kommen zügig voran. Es geht wieder zurück rund um die Taslica-Halbinsel, mit dem schönen Blick auf Symi. Ach könnte man doch eben mal einem Abstecher nach Griechenland machen… Aber bei der aktuellen politischen Lage wäre die Einreise ohne korrektes Ein- und Ausklarieren keine gute Idee. Denn, die türkische Küstenwache (Sahil Güvenlik) patrouilliert und die Griechen kontrollieren inzwischen ebenfalls intensiv. Auf der Ostseite der Halbinsel tauchen am Nachmittag von den Bergen die ersten Fallböen auf. Wenn man öfter hier im Revier segelt, kennt man diese Burschen und weiß, dass mit ihnen nicht zu spaßen ist. Wir gehen mit dem Großsegel also vorsichtshalber ins zweite Reff und sogar die Fock darf ein bisschen kleiner werden. Etwas südwestlich von Çiftlik Limanı gibt es eine nette, tief eingeschnittene Bucht, die wir ansteuern. Dort ist ausnahmsweise mal ziemlich viel los – fünf andere Boote sind schon da. Wir legen uns klassisch vor Buganker mit Heckleine zur Nordseite. Bei dem Wind prüfen wir mit dem Schnorchel, ob das Eisen gut liegt und machen uns dann an die Vorbereitung des Abendessens. Die Vorfreude ist groß, denn heute soll es selbstgemachte Pizza geben. Gegen acht – kurz bevor wir uns an den Tisch setzen wollen – nehmen die Fallböen heftig zu. Eine versetzt uns gefühlt einen Schlag und wir hoffen, dass es nur die Ankerkette war, die sich mal richtig gestreckt hat. An Pizzaessen war nicht mehr zu denken, erstmal das Schiff sturmfest machen, zumal eins der Nachbarschiffe schon auf Drift gegangen ist. Wir präparieren alles für den Ernstfall und essen dann doch noch ein Stückchen Pizza. Rest für morgen. Danach machen wir – seit langem mal wieder – eine echte abwechselnde Ankerwache, bis die Böen gegen 0.30 Uhr so langsam nachlassen. Der gut eingefahrene Anker mit viel gesteckter Kette hat gehalten. Ok, sowas braucht eigentlich keiner, aber irgendwie gehört es auch dazu. Segeln auf dem Mittelmeer ist eben nicht immer eine Kaffeefahrt!

Mittwoch, 08.06.2016 (22 sm)
Gerbekse Koyu -> Ekincik (My Marina) // 36°49,44 N; 028°33,95 E

Von der kurzen, absolut alkoholfreien Nacht trotzdem etwas „verkatert“, schlafen wir gemütlich aus. Bei leichtem Südwest starten wir kurz nach 11 Uhr und setzen beim schönem raumen Wind gleich den Gennaker. Nach einer guten Stunde brist es so auf, dass das leichte Tuch wieder im Sack verstaut wird. Das Mittagessen fällt heute umfangreich, denn es gibt ja noch leckere Pizza-Reste und dazu auch ein Efes. Um 16 Uhr liegen wir – mal wieder – in der hübschen My Marina. 70 TL Liegegebühr sind dort inzwischen fällig, egal ob man im Restaurant isst oder nicht. Wenn ich der Inhaber wäre, würde ich für die Esser zumindest einen Rabatt anbieten – aber sei´s drum. Der Platz ist traumhaft und bestens geschützt, Duschen und Toiletten in sehr gutem Zustand. Wir reservieren uns für den Abend einen Tisch und genießen wieder vorzügliches Essen. Auch wenn die Meinungen über das My Marina weit auseinander gehen: Wir haben es genossen und sind sehr freundlich bedient worden. Kein Schnäppchen (zu zweit mit Wein und drei Vorspeisen 300 TL), aber hohes Niveau und köstlich.

Türkei / Ekincik

Donnerstag, 09.06.2016 (38 sm)
Ekincik (My Marina) -> Yassica Adaları

Da wir einen größeren Schlag vorhaben, geht es schon kurz vor 9 Uhr los. Außerdem wollten wir noch vor den Dalyan-Strand und dort frühstücken. Das tolle Flussdelta und die Höhlengräber, die man von dort aus mit kleinen Booten besuchen kann, hatten wir schon vor einigen Jahren erkundet. Daher haben wir alle Angebote abgewimmelt und sind zum Strand geschwommen. Als kurz nach 11 Uhr der Wind aufbrist, machen wir uns wieder auf den Weg.

Türkei / Dalyan

An den Kaps Dişbilmez Burnu und Kara Burnu vorbei Kurs Südost brist der Wind munter auf. Richtung der Nar Adası (heißt übrigens Granatapfel Insel) hat sich schon eine ordentliche Welle aufgebaut und das Reff ist mal wieder fällig. Es ist eine Erleichterung, hinter dem Kap Kurtoglu Burnu in nordöstliche Richtung in den Fehtiye Körfezi einbiegen zu können. Peu à peu wird es ruhiger und um 18 Uhr liegen wir schon fast wieder entspannt an einer Boje zwischen den beiden nordwestlichen Inselchen der Gruppe Yassica Adaları. Leider sind nur noch wenige der Bojen funktionstüchtig und wir haben Glück eine davon zu erwischen. Das erspart ein langwieriges Anker und Landleinenmanöver, nach sportlichem Segeln zu zweit durchaus eine angenehme Sache. Zwischen zwei edlen und großen Booten liegen wir frei schwojend und futtern alle Reste als Pasta à la BOMMIE – mit der letzten Rotweinflasche.

Freitag, 10.06.2016 (11 sm)
Yassica Adaları -> Göcek D-Marin

Letzter Tag, schnief! Dabei haben wir uns so gut an Meer, Sonne und Wellen gewöhnt. Solange morgens der Wind noch schläft bringen wir – alter Trick – die notwendigen Abschluss-Aktivitäten hinter uns: wir stehen um halb elf schon an der Tankstelle, saugen unsere Fäkalien ab (35 TL) und tanken den Diesel voll. Über den geringen Verbrauch von 1,4 Liter / Stunde können wir uns wieder freuen. Dann fahren wir in die nette Bucht Inice Iskelesi und gehen noch eine Runde schwimmen. Am Nachmittag segeln wir zurück und werden in der Marina schon vom Team von Judith & Volkan erwartet. Nach der Packrunde gehen wir noch ins Kebab Hospital und lassen bei einem Efes den letzten Abend ausklingen. Türkiye görüşürüz! Wir kommen wieder!!!

Weitere Infos zur „Bommie“ hier: http://www.bommie.eu